Man nehme 3 ganz besondere Charaktere, Menschen und Künstler. Jen, Raphael und Chris. Man füge literweise Lebensfreude hinzu und vermenge sie mit einer Messerspitze Sozialkritik. Man schmecke es ab mit einer unbeschwerten, tanzbaren, 80er-anmutenden Elektro-Pop-Produktion, an der jemand wie Dendemann besonders im Vers-Teil seine helle Freude haben würde und verfeinere es mit direkten und greifbaren Texten. Dann vollende man das Ganze mit einem GRANDIOSEN, ansteckenden Video, welches mit geringem Budget die ganz grosse Wirkung erzielt und Freude macht, weil es unter anderem eines meiner Lieblingsgefühle wiedergibt: an einem warmen Tag mit dem Fahrrad durch die schönste Stadt der Welt.
“Grossstadtgeflüster” gibt es schon lange. Wirklich kennengelernt hab ich sie, seit man sich über gemeinsame Managementverflechtungen (wenn man es so komplex ausdrücken will) immer häufiger gesehen und toll unterhalten hat. Mit Chris durfte ich schon (zu “Sedoussa“-Zeiten) arbeiten, aber diese Dreierkombo aus Berlin muss sich bald einen neuen Namen geben: sie machen soviel Alarm, dass von Flüstern keine Rede mehr sein kann.
Jen, Rapha, Chris—-you rule! Nando, the Balloon-Man–beste Zigarettenpause ever!!!Album erscheint am 30.4.2010 und die Tour fängt ebenfalls Ende April an!!! Wir sehen uns am 19.5. in Berlin….
Rechner an Boxen anschliessen, Link anklicken, in Full-Screen und HD gucken, anstecken lassen…
Natarsid! Habt keine Angst. Die Demonstrationen auf den Strassen Irans geben den Solidaritätsbekundungen weltweit den Ton vor. Verrückt, denke ich. Kann ich, bei einer Lichterkette am Berliner Kudamm wirklich mit mir vereinbaren diese Rufe zu wiederholen? Habe ich denn überhaupt eine Vorstellung, was es bedeutet für seine Freiheit sein Leben zu riskieren? Darf ich in meinen Parolen die Dreistigkeit besitzen die jungen Menschen dazu zu ermutigen auch am morgigen Tage in den Kugelhagel der Sittenpolizei des Iran zu laufen, um den Aufstand dort aufrecht zu erhalten? Die Worte „Wir sind alle beisammen“ wollen nicht über meine Lippen. Eher möchte ich rufen: Ich bewundere euren Mut. Ihr kämpft gegen Etwas, dessen Existenz Ihr nicht zu verschulden habt. Ihr seid die Kinder eurer Eltern und bereit ihren Kampf zu kämpfen. Ihr rührt mich zu Tränen, in eurem friedlichen Protest, in eurem Einfallsreichtum und der Fähigkeit Euch Technologie zunutze zu machen, um Eurem Leid auch weltweit ein Gesicht zu verleihen. Vielen Menschen scheint es hier ähnlich zu gehen wie mir. Vielen sicher auch aus dem Grund, dass die persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung aufgrund Eures Beispieles wieder demütig als ein Luxus wahrgenommen wird und die legitime Einforderung von Menschenrechten uns dazu zwingt Euer Echo zu sein. Als Kind iranischer Eltern mischt sich in meine Emotionen noch ein anderes Sentiment. Das der Sehnsucht. Nach einer Form von Gerechtigkeit, die das erneute Auszählen der Wahlstimmen und Presse- und Meinungsfreiheit bei weitem überschreitet.
Ebenso verschuldet durch die unreflektierten Staatsoberhäupter der iranischen Regierung seit mehreren Jahrzehnten, als auch die Dämonisierung des Landes und seiner Bevölkerung durch die westlichen Medien im Zeitalter des Islam-Ressentiments, blieb es auch mir nicht erspart, in persönlichen Gesprächen im Bekanntenkreis, mit Vorurteilen konfrontiert zu werden. Deren Aushebelung erwies sich meist als heikles Unterfangen, da meine Sicht der Dinge oft unterbewusst als eine „subjektive und emotional gefärbte“keine adäquate Glaubwürdigkeit zu vermitteln vermochte. Hatte ich auch noch so oft zu erklären versucht, dass die iranische Bevölkerung eine weltoffene, zu 70% aus unter 30-jährigen bestehende, in der Mehrheit gebildete und friedfertige sei, standen mir die rhetorischen Knieschüsse Ahmadineschads und der an seiner Aufrüstungspolitik manifestierte Gefahrenherd wie Totschlagargumente gegenüber. Wie gebildet könne ein Volk sein, das solch einen Vertreter habe? Siehe Bush, erwidert mein emotionaler Hitzkopf.
Seit Juni diesen Jahres hat sich nun viel verändert.Nicht nur in meinem Ursprungsland, auch an den Konversationen. Das Interesse am Iran ist gewachsen, es werden Parallelen gezogen und Sympathien bekundet, wo zuvor Skepsis und Argwohn mitschwangen. Wissenslücken werden durch neugierige Fragen gefüllt. Der Aktivismus der iranischen Opposition wird mit Bewunderung gewürdigt und es wird endlich die Differenzierung vorgenommen, von welcher Instanz das Unrecht ausgeht. Es wird zugegeben, dass man überrascht darüber sei wieviele Millionen nicht konform mit der Regierung seien. Erleichterung macht sich in mir breit. Man hat Euch gehört.
Fragt man Euch danach, was Euch und das Land Iran ausmacht, antwortet Ihr mit einer Aufzählung der Dichter, Philosophen, Historie und wissenschaftlichen Errungenschaften der persischen Kultur. 539 vor Christus verfasste Perserkönig Kyros der Grosse ein Manifest, in welchem er die Völker ermunterte in Frieden zu leben, zusammenzuhalten und die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen zu respektieren. Als eine der ersten Menschenrechtserklärungen wurde der Kyros-Zylinder 1971 von der UNO in alle Arbeitssprachen übersetzt.
Und heute beruft Ihr Euch auf diesen Teil Eurer Geschichte. Auf Religionsfreiheit, Demokratie, Toleranz. Kein Ahmadineschad, aber auch kein Mussawi wird dem gerecht werden können wonach Ihr Euch sehnt. Der Widerstand hat längst die Grenzen der Parteien- oder Personengebundenheit überwunden, es zeigen sich durch Euren Einsatz ernsthafte Risse in derTheokratie. Tagtäglich scheinen die Machthaber Irans in ihrem verzweifelten Ringen um den Machterhalt fatalere Fehler zu begehen als am Vortag. Die Destabilisierung des Regimes schreitet voran. Wissend um Eure Macht, wird darum stündlich versucht Euren Protest mit Mord, Verhaftungen, Folter, Vergewaltigungen und Drohungen niederzuschlagen. Im Minutentakt werden auf Twitter Warnungen verschickt, man solle auch im Ausland bei Eurer Unterstützung zur eigenen Sicherheit in die Anonymität abtauchen, um keine Probleme mit iranischen Behörden zu bekommen oder gar Angehörige im Land zu gefährden.
Angst wird geschürt. Sie soll lähmen und mundtot machen. Ich hadere mit mir, meinen Namen unter den Artikel zu schreiben. Haben sie gewonnen? Nein, schreit mein Herz. In all meiner Machtlosigkeit, meinem tatenlosen Zusehen aus der Ferne, stehe ich in Eurer Schuld. Wir sehen Euch, wir können Euch hören. Jede Nacht sind wir in Gedanken bei Euch. Ihr habt uns verändert. Natarsid, sage ich leise und senke demütig den Kopf.
Ich war gestern Abend TROTZ DES SCHÖNEN WETTERS im Kino, weil ein Film VORpremiere hatte, welchen ich mir unbedingt ansehen musste! “Ein Augenblick Freiheit” ist der erste Spielfilm des österreichischen Filmregisseurs iranischer Abstammung namens Arash. T. Riahi, der zuvor mit Dokumentationen oder Musikvideos in Verbindung gebracht wurde. In diesem Film, dessen Vollendung, wie ich in einem Gespräch nach der Vorführung erfahren durfte, SECHS JAHRE dauerte, erzählt Riahi die Geschichte zweier (und somit repräsentativ für Tausende andere Schicksale) Familien, welche aus dem Iran der Gegenwart zu fliehen versuchen, um im Ausland ein besseres Leben zu beginnen. Der Film schafft jedoch mit Leichtigkeit die einengenden Kategorisierungen als “Flüchtlingsdrama” binnen Sekunden zu sprengen. Er ist mehr als das. Es ist ein Film FÜR die Menschlichkeit. Es werden Fragen aufgeworfen, für die das eigene gerechte Herz keine Antworten finden kann. Und im nächsten Moment zerreisst es einem das Herz, dass Freiheit in unserer Welt ein Luxus ist, der nur wenigen zusteht. Für mich lag die grösste Stärke in der Verbindung aus Komik und Tragik. Wie in jeder Tragödie Shakespeares ist man nach heftigen Szenen erleichtert wieder kurz im Lachen aufatmen zu können, weil man sonst vor lauter Mitgefühl zu ersticken droht. Ausserdem seine Macht der Bilder. Durch die Zeit, die sich der Regisseur für die liebevollen Details genommen hat, wird man wieder daran erinnert, dass die grösste Herausforderung eines Regisseurs für die Realisierung des Drehbuchs darin liegt “beobachten” zu können.
Ein Freund spielt auch hier eine ergreifende Rolle, Navid Akhavan. Seine Vielseitigkeit als Darsteller hat er nun im letzten Monat mit gleich zwei Kinofilmen in Folge unter Beweis stellen können. Nach der Liebeskomödie “Salami Aleikum” spielt er nun in diesem Film. Als Deutsch-Iraner ist es für Navid eine andere Sache, Filme auf Deutsch zu spielen oder in seiner Muttersprache Farsi. Die Gestiken und Mimiken verändern sich mit den Sprachen. Die Körperhaltung verändert sich. Es ist beeindruckend an Navids Filmen zu sehen, wie ZWEI HERZEN IN EINER BRUST schlagen können.
Ich habe schon viel zu viel geredet und das Wichtigste nicht gesagt und könnte euch soviel über diesen Film und seine Wirkung berichten, euch sagen, was für wunderbare Menschen der Regisseur Arash, die Schauspieler Payam Madjlessi und Navid Akhavan sind und darüber wie sie sich beim Dreh gefühlt haben, aber
ICH BITTE EUCH DIESEN FILM ZU SEHEN!!
ICH BITTE EUCH VON GANZEM HERZEN DIESEN FILM NOCH IN DER ERSTEN WOCHE ZUSEHEN, WEIL ER SICH AUCH IN DEUTSCHLAND IN DEN KINOS HALTEN SOLL!!
ER LÄUFT AM 13. AUGUST AN!!! NOCH IN SEHR WENIGEN KINOS (IN BERLIN WIRD ER IM “CENTRAL”, “MOVIEMENTO” UND “FILMKUNST 66″ GEZEIGT!!!) ER LÄUFT IM ORIGINAL MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN UND ES IST IN KEINER WEISE ANSTRENGEND, DA DIESE GESCHICHTE EINE UNIVERSELLE IST.
DIESER FILM BRAUCHT UNSERE UNTERSTÜTZUNG!
FAKT IST: SIEHT MAN DIESEN FILM IST MAN VERLIEBT..ER HAT BIS ZUM HEUTIGEN TAGE BEI 15 FESTIVALS 22!!!! PREISE BEKOMMEN!!! LEIDER WISSEN NUR WENIGE HIER DAVON. BITTE NEHMT EURE FREUNDE UND FAMILIE MIT. IHR WERDET ES NICHT BEREUEN! WENN IHR FILME WIE “PERSEPOLIS” ODER “BABEL” GEMOCHT HABT, IST DIESER FILM FÜR EUCH GEMACHT.
DAS BEEINDRUCKENDSTE: ARASH T. RIAHI HAT DEN FILM ZU EINEM PERFEKTEN ZEITPUNKT FERTIGGESTELLT. GERADE JETZT, WO SICH DIE LAGE IN IRAN POLITISCH ZUSPITZT UND DER RUF NACH FREIHEIT NICHT MEHR ABZUEBBEN SCHEINT.
in meinem offiziellen Blog! Alle Beiträge werden von mir persönlich gemacht, wodurch ich Euch garantieren kann, dass Ihr keinen Release oder Auftritt verpassen werdet, wenn Ihr regelmässig hier vorbeischaut. Schreibt mir, flasht mit mir, teilt Eure Gedanken zu meinen Einträgen, fragt mich Dinge... Alles Liebe, Jasmin!
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