“Ah..Iraaaaan!?…also biste Araberin, ja?” (X-Mas Kästchen 14)

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Ja, Unwissenheit ist menschlich. In der Unwissenheit verharren wollen ist es in Anbetracht der Häufigkeit dieses Phänomens bei uns Menschen wohl auch. Aber ersteres ist absolut entschuldbar, wenn letzteres nicht zutrifft. Mich zu fragen, wo Iran liegt, ist legitim, das erste Mal. Mich zu fragen, ob ich Schweinefleisch esse ebenso. Beim 2. oder 3. Mal frage ich mich nämlich dann auch schon, ob der Fragende eigentlich darauf bedacht ist, wirklich etwas zu lernen oder ob er/sie es nur darauf anlegt, seine Klischees bestätigt zu finden, nach dem Motto: wenn ich lang genug frage, ist sie sicher zuhause unterdrückt worden oder hat mit ihren Eltern gebrochen, damit sie Lieder wie “Spank dat Ass” singen darf. Muahahhahaaaa… ;-) Kleiner Scherz.. Ich glaube einfach nur, dass man manche Fragen einfach nicht mehr stellen muss, wenn man ein generell wissbegieriger und interessierter Mensch ist und dass man selbst in dem Fall, dass man sich die “Blöße der Unwissenheit” geben muss (was in unserer Besserwisser-Gesellschaft wirklich Grösse erfordert) immer durchschimmern lässt, zu welcher Spezies Mensch man gehört. Fragen wie: “Wie kommt es, dass du so gut Deutsch kannst?” lassen uns Personen eher der Kategorie “Wer SO fragt, bleibt dumm” als “Wer NICHT fragt, bleibt dumm” zuordnen.

Zum Thema Iran kann man aufgrund der häufig negativ besetzten Medienpräsenz viele legitime Fragen haben. Sicher hat das auch Marjane Satrapi so empfunden und deshalb einen Comic über dieses Land gezeichnet. In ihrem Werk Persepolis, welches 2007 verfilmt wurde, beschreibt sie liebevoll und herzzerreissend ihre eigene Kindheit im politisch explosiven Iran der Schah-Zeit, ihre Wahrnehmung der Umstände während ihrer Jugend, ihren Kulturschock während des Studiums in Österreich, ihre Sehnsucht nach einem nicht mehr existenten Iran der Kindertage, ihre Heimkehr, ihren Schmerz, ihre Zerissenheit, ihren Identitätskonflikt. Dieser Film bedeutet mir mehr, als jeder andere Film, weil ich die Geschichte meiner Eltern in diesem Film wieder finden durfte, weil ich unter Tränen ihren Weg nachvollziehen durfte und überwältigt sein durfte, von dem Stolz und der Dankbarkeit, die ich in diesem Moment empfinden konnte. 

Ich bitte Euch diesen Film zu sehen. Denn zum einen lernt man dieses Land Iran etwas näher kennen und zum anderen kann man sich von dieser Geschichte sehr mitreissen lassen, ganz gleich welchen Ursprungs man selbst ist. Es ist eine menschliche und wunderschöne Geschichte. Es ist ein Comic. Und witzigerweise berührt es genau deswegen so. Mit echten Darstellern hätte es wohl nie auf diese Weise funktioniert. Und mit der wundervollen Synchronstimme von Jasmin Tabatabai ist wirklich alles perfekt. 

Hier der Trailer:

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2 Responses to ““Ah..Iraaaaan!?…also biste Araberin, ja?” (X-Mas Kästchen 14)”

  1. M Says:

    ich hab ihn schon gesehen… und da iraner in meinem leben soweiso seltsamerweise immer schon eine grosse rolle spielen, auch ein zwei kleine tränen verdrückt.

    ich liebe aure attitüde wie ihr dinge angeht und vor allem wie ihr mit menschen umgeht… ohne pauschalisieren zu wollen.

    die iraner (und natürlich iranerinen) die ich kennengerlent habe hab ich in kürzerster zeit ganz tief in mein herz geschlossen, auch wenn die manchmal schon sehr verpeilt sind ;)

    p.s.: die tabatabei geht schon klar aber mir fällt da eine jasmin mit einer noch schöneren stimme ein, die sich darüber wahrscheinlich sogar sehr gefreut hätte!

  2. Jasmin Says:

    M, du bist ja ein richtiger Charmeur!!!! Find dich super ;-) Jas

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